BAHNTOUREN
Ammertalbahn
Fast 50 Jahre dauerte es, bis die Idee in die Tat umgesetzt wurde: 1910 endlich wurden zwei Städte, die den Zugverkehr bereits aus anderen Richtungen her kannten, durch Schienen miteinander verbunden: Tübingen und Herrenberg. Doch die Konkurrenz durch das Auto setzte dem durchgehenden Eisenbahn-Traum nach nochmals einem halben Jahrhundert ein vorläufiges Ende: Ab 1966 wurden nur noch Teile der Strecke bedient. Im letzten Sommer des alten Jahrtausends aber kehrte die Ammertalbahn wieder zurück - und wie!
Zuvor mussten die 1973 zwischen Herrenberg und Gültstein abgebauten Schienen erneut verlegt werden. Und vor den großen Ferien 1999 galt es von einem liebenswert brummenden Vehikel Abschied nehmen: dem alten Schienenbus. Seither verkehren die modernen RegioShuttles entlang des Schönbuchrandes. Jetzt sind sie es, die dem Auto Konkurrenz machen: Denn welcher Fahrer schafft es in 24 Minuten auf der staulastigen Straße zwischen Tübingen und Herrenberg zu pendeln?
Es geht bach- und talaufwärts gen Unterjesingen. Links liegt das berühmte Ausflugslokal Schwärzloch. Dieses Ammertaldorf gehört noch zur Universitätsstadt. Von dort aus bietet sich eine wunderschöne Sicht zur Wurmlinger Kapelle auf ihrem Kegelberg. Verschwindet diese hinter dem Pfaffenberg, fährt die Ammertalbahn bereits den ersten Teilort von Ammerbuch an: Pfäffingen. Über Entringen geht es durch ein Wäldchen nach Altingen. Der Schönbuchtrauf ist in seiner ganzen Pracht zu sehen.
Hinter Gültstein erblicken die Mitfahrenden schon die Herrenberger Stiftskirche, deren mächtiger Turm Deutschlands größtes Geläut enthält - und auch den Berg ein wenig in Bewegung hält.
