BAHNTOUREN
Enztalbahn
Auf der Flucht vor dem Ritter Wolf von Eberstein begründete der württembergische Graf Eberhard, genannt der Greiner, im 14. Jahrhundert eher zufällig den Reiseverkehr in den Nordschwarzwald. Nach ihm ist ein Bad in der berühmten Kurstadt Wildbad benannt. Heute finden Erholung Suchende den Weg schneller und bequemer dorthin: mit der Eisenbahn das Enztal hinauf. Täler und Höhen laden zum Wandern, Radeln oder Schlemmen ein.
Die Strecke beginnt am oberhalb des Stadtzentrums gelegenen Pforzheimer Bahnhof. Dort treffen die Züge von Karlsruhe oder Stuttgart ein. Die Fahrt geht zunächst durch Brötzingen, den im Krieg am wenigsten zerstörten Stadtteil dieser ostbadischen Metropole. Ab Birkenfeld befährt die Enztalbahn württembergischen Boden.
Die mit Nadelholz bewaldeten Hänge im Tal werden immer höher. Bald wird Neuenbürg erreicht. Mancher Mitreisende wundert sich vielleicht, dass der Zug den Lauf der Enz in einen Tunnel hinein verlässt: Nur um jenseits wieder auf den Fluss zu stoßen, der doch stets im Freien fließt. Der Grund: Die Enz bildet um den Burg- und Schlossberg herum eine der vollkommensten Flussschlaufen. Und die Bahn kürzt lediglich den Verlauf dieses Mäanders auf gerader Linie ab.
Kurz vor Höfen mündet die Eyach in die Enz. Weiter geht\'s nach Calmbach, wo die Kleine Enz dazustößt. Die Bahn biegt hier ins Seitental der Großen Enz ab. Auf der Fahrt von Pforzheim nach Wildbad überwindet sie über 140 Höhenmeter. In die enge Landschaft gedrückt und doch mit weltläufigem Flair erwartet Bad Wildbad seine Kur- und Ausflugsgäste.
Seit 2003 endet die Bahn in der Innenstadt von Bad Wildbad. Beim Kurpark besteht ein direkter Anschluss an die Seilbahn Sommerberg. Ein Ausflug mit der Bergbahn lohnt sich. Dort beginnt mit Moorhochflächen und einer der größten zusammenhängenden Waldflächen Deutschlands der weite, nicht oder nur wenig besiedelte Naturpark Nordschwarzwald.
Mehrmals im Jahr verkehrt der Enztäler Freizeitexpress umsteigefrei von Stuttgart nach Bad Wildbad.
