BAHNTOUREN
Kaiserstuhlbahn
Der Kaiserstuhl und der Ätna haben zwei Dinge gemeinsam: den vulkanischen Ursprung und die Eisenbahn rundum. Die "Circumaetnea" Südbadens umfasst die Breisacher Bahn (Freiburg-Breisach) und die Kaiserstuhlbahn (Breisach, Endingen, Gottenheim) und ihr Fahrplan liest sich wie eine Weinkarte. Allerdings gibt es keine fahrplanmäßige Rundfahrt, so dass der Reisende zwangsläufig "zwischen den Zügen" mindestens zwei Weinproben einschieben kann.
Die Hauptstrecke von Freiburg nach "Alt-Breisach" wurde im Jahr 1871 als kommunales Unternehmen der beiden Städte eröffnet und 1878 über Neu-Breisach nach Colmar verlängert. Sie führt meist schnurgerade erst durch den Freiburger Westen, dann durch Wald und anschließend zwischen dem Kaiserstuhl und dem Tuniberg hindurch auf den "Mons Brisiacus" (das römische Breisach) zu.
Die Weiterfahrt nach Colmar ist seit 1945 nicht mehr möglich.Die Fahrt nach Norden wird nun abwechslungsreicher. Vorbei an berühmten Weinorten wie Achkarren, Oberrotweil und Bischoffingen erreicht der Zug das österreichisch geprägte Endingen, dessen Altstadt mit zahlreichen "Gässli" und historischen Gebäuden einschließlich der noch gut erhaltenen Stadtmauer auf Besucher wartet.
Die Kaiserstuhlbahn hat jedoch nicht nur für Weinliebhaber etwas zu bieten. Alle, die den Gerstensaft bevorzugen, kommen bei der Weiterfahrt auf dem 1894 vollendeten Abschnitt auf ihre Kosten. In Riegel gabelt sich nicht nur die Strecke, hier hat auch eine große Brauerei ihren Sitz. Ein Gleis findet im Staatsbahnhof Anschluss an die Badische Hauptbahn, das andere folgt dem Osthang des Kaiserstuhls.
Diese lössbedeckte vulkanische Erhebung inmitten des Oberrheingrabens ist die sonnigste und wärmste Ecke Deutschlands mit Tier- und Pflanzenarten, die sonst nur südlich der Alpen vorkommen. Bei Gottenheim schließt sich der Kreis, und über die Breisacher Strecke geht\'s zurück nach Freiburg.
